Beim Start von Culatra Richtung Cadiz stimmen mal wieder die idealen Zeiten für Wind und Tide nicht überein. Ich entscheide mich dazu den richtigen Wind mitzunehmen und versuche gegen die Tide rauszufahren. Mit Abbruchstrategie und stehendem Großsegel (falls die Maschine ausfällt) fahre ich gegen die ca. 5 Knoten Strom in der Mündung des Binnengebiets an. Im Nachhinein ärgere ich mich darüber so ein Risiko eingegangen zu sein – das Boot war schwer auf Kurs zu halten und ich bin in der Mündung in sehr flaches Wasser gekommen. Zwei Mal ist mir das in dem Gebiet nun passiert. Ich muss mir wieder mehr Vorsicht angewöhnen. Die restliche Fahrt verläuft unspektakulär mit wechselndem Wind und vielen Fischerbooten. Also leider nicht viel Schlaf in der Nacht. Am frühen Morgen erreiche ich die Ansteuerung von Cadiz, kann in der Dunkelheit aber nur die Tonnen an der Backbordseite ausmachen, die nicht mit meiner Karte übereinstimmen. Ich halte mich also sicherheitshalber nahe der Tonnen. Hinter mir kommt ein Kreuzfahrtschiff und versteht mit dem wunderbaren Überblick von der Brücke wahrscheinlich mein Problem gar nicht. Ich bin mittlerweile auf Höhe der Hafeneinfahrt und das Lotsenboot kommt zu mir und bittet darum schneller zu fahren. Zum Glück ist es nur eine kurze Strecke und mittlerweile sehe ich alle Tonnen. Ich ankere neben dem Industriehafen in der Nähe einer kleinen Motorboot-Marina und gehe erst mal schlafen. In der Marina kann ich freundlicherweise auch unentgeltlich mein Beiboot lassen, als ich am nächsten Tag die Stadt erkunde. Später wechsle ich noch meinen Ankerplatz zu einem schöne Strand etwas außerhalb der Stadt.

Altstadt von Cadiz
Bewohner von Cadiz
Kathedrale
Im Oktober muss sich Stella die Ankerplätze kaum mehr teilen

Nach Cadiz geht es auf harter Kreuz bei unangenehmen Seegang nach Barbate. In der Straße von Gibraltar herrschte schon einige Tage Starkwind und so langsam komme ich in den Einflussbereich. Ankern ist durch den Schwell unmöglich, aber zum Glück lässt der recht starke Wind genau bei der Hafeneinfahrt nach. Ein Anlegemanöver bei Starkwind nach diesem Tag war nichts, worauf ich Lust hatte. Am nächsten Tag trifft das erwartete Wetterfenster mit Flaute ein und ich fahre unter Maschine durch die Meerenge bei Tarifa nach Gibraltar. Dort verbringe ich ein paar Tage vor Anker bei La Linea und wandere auf den Felsen von Gibraltar. Ich war hier schon mal auf dem Landweg hergereist, aber die schöne Aussicht mit Blick nach Afrika und die den Felsen bewohnenden Affen sind auch einen zweiten Besuch wert.

Felsen von Gibraltar
Bucht von Gibraltar
Der Legende nach durch einen Tunnel von Afrika gekommen…

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